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Vitamin B12

Disclaimer: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen keinen Àrztlichen Rat.

1. Allgemeines

Unter dem Sammelbegriff Vitamin B12 (Cobalamin) werden eine ganze Reihe unterschiedlicher Verbindungen zusammengefasst, die chemisch eng miteinander verwandt sind. Sie alle besitzen dasselbe GrundgerĂŒst, von dem sich alle Formen ableiten. Das zentrale Atom innerhalb dieses GrundgerĂŒsts bildet – wie der Name Cobalamin vermuten lĂ€sst – ein Kobaltatom, an das unterschiedliche Seitengruppen gebunden sind. Je nachdem, welche Restgruppe am GrundgerĂŒst angebunden ist, unterscheidet man die Cobalaminarten. Am bekanntesten sind Methylcobalamin, Cyanocobalamin, Hydroxocobalamin und Adenosylcobalamin. Das sind auch die einzigen Formen, die aktuell laut EU-Verordnung zum Einsatz in NahrungsergĂ€nzungsmitteln zugelassen sind [1]. Der menschliche Organismus benötigt sowohl Methyl- als auch Adenosylcobalamin. Die allermeisten gesunden Personen können aber beide Formen aus der jeweils anderen Form bilden und auch Hydroxo- und Cyanocobalamin in Methyl- und Adenosylcobalamin umwandeln [2]. FĂŒr so gut wie alle Personen ist es also egal welche Form zugefĂŒhrt wird.

2. Bedarf & Zufuhrempfehlung

Anhand der verfĂŒgbaren Daten lĂ€sst sich nicht einwandfrei bestĂ€tigen, dass eine der Cobalaminarten fĂŒr den Großteil der Bevölkerung in relevantem Maße den anderen ĂŒberlegen wĂ€re [2,3]. Manche Veröffentlichungen sprechen sich dennoch fĂŒr eine etwas bessere Aufnahme und Verwertbarkeit von Methylcobalamin im Vergleich zu Cyanocobalamin aus [4]. Andere Untersuchungen legen wiederum nahe, dass man am besten eine Kombination mehrerer Cobalamine zufĂŒhren sollte [5]. Um in jedem Fall auf Nummer sicher zu gehen, sollte darauf geachtet werden, dass bei einer B12-Supplementierung ein MHA-Komplex gewĂ€hlt wird. Dieser enthĂ€lt sowohl Methyl- als auch Hydroxo- und Adenosylcobalamin. Vitamin B12 ist im menschlichen Körper lediglich in Form der Coenzyme Methyl- und Adenosylcobalamin aktiv. Sowohl Cyano- als auch Hydroxocobalamin mĂŒssen erst in diese beiden Formen umgewandelt werden. ErgĂ€nzend zu den beiden fĂŒr den Organismus relevanten Cobalaminen bietet sich jedoch die Zugabe von Hydroxocobalamin an, da es im direkten Vergleich mit anderen Cobalaminen eine bessere Depotwirkung aufweist [6]. Deshalb haben wir uns bei all unseren PrĂ€paraten, in denen B12 inkludiert ist, fĂŒr einen MHA-Komplex entschieden, um allen EventualitĂ€ten bestmöglich vorzubeugen und stets eine optimale Aufnahme zu gewĂ€hrleisten. Der tĂ€gliche Bedarf des Menschen an B12 betrĂ€gt laut DGE inklusive Sicherheitszuschlag 4 ÎŒg fĂŒr Erwachsene [7].

Die Höhe der tatsĂ€chlichen Dosierung bei der Zufuhr wird in erster Linie von der AbsorptionsfĂ€higkeit und dem Einnahmeintervall beeinflusst. Die HĂ€ufigkeit der Einnahme bestimmt die Zufuhrhöhe, da mit der Höhe der Zufuhr die prozentuale Aufnahme sinkt [7]. Denn je Mahlzeit (oder je Einnahme eines Supplements) kann der Körper nur etwa 2 ÎŒg Vitamin B12 aktiv im DĂŒnndarm ĂŒber darauf ausgelegte Transportsysteme aufnehmen [8]. Erst nach etwa 4 – 6 Stunden ist der Körper wieder in der Lage diese Menge erneut ĂŒber seine aktiven Transportsysteme aufzunehmen [9].

Zur Veranschaulichung kann man sich die aktive Aufnahme so vorstellen, dass 4 Arbeiter an einer Bushaltestelle stehen, um zu einer Baustelle gebracht zu werden an der sie dringend benötigt werden. Der Bus hat aber nur Platz fĂŒr 2 Personen. Erst nach 4 – 6 Stunden kommt der nĂ€chste Bus und kann erneut bloß 2 Personen mitnehmen. In der Zeit dazwischen fahren keine Busse und es können daher keine Personen transportiert werden. Die Busse, die hier metaphorisch fĂŒr die B12-Transporter stehen, haben also eine beschrĂ€nkte KapazitĂ€t und können bei einer einmaligen Fahrt nicht die notwendige Anzahl an Personen transportieren. Wenn tĂ€glich nicht mindestens 4 Personen transportiert werden, dann funktioniert die Baustelle, die synonym fĂŒr den menschlichen Organismus steht, auf Dauer nicht und es kommt zu Problemen. Wenn also alle 4 Arbeiter auf einmal auf den Bus warten (also nur 1x tĂ€glich B12 supplementiert wird), dann kommen nicht genĂŒgend Arbeiter an der Baustelle an. Leider ist es nĂ€mlich nicht so, dass die Arbeiter die Zeit haben 4 – 6 Stunden auf den nĂ€chsten Bus zu warten. Daher kann man prozentual mehr B12 absorbieren, wenn man die Dosen auf mehrere Male mit ausreichend zeitlichem Abstand aufteilt. Denn wenn alle 4 Arbeiter auf einmal mit dem Bus fahren wollen, dann werden nur 2 mitgenommen und nur die HĂ€lfte (50 %) kommt an der Baustelle an. Wenn jedoch zweimal jeweils 2 Arbeiter mit genĂŒgend zeitlichem Abstand auf den Bus warten, dann können zuerst die ersten beiden und beim zweiten Mal die nĂ€chsten beiden zur Baustelle gebracht werden. Es kommen also 4 von 4 und somit 100 % an. Prozentual wurden durch die Aufteilung mit zeitlichem Abstand also mehr Arbeiter transportiert (100 anstatt 50 Prozent).

Es gibt jedoch einen weiteren Faktor, der eine einmalige tĂ€gliche B12-Zufuhr ermöglicht. Etwa 2 % der Gesamtzufuhr an B12 werden nĂ€mlich unabhĂ€ngig von den aktiven Transportsystemen (von den „Bussen“) ĂŒber die sogenannte passive Diffusion aufgenommen. Wenn die Dosis hoch genug ist, dann kann dadurch der tĂ€gliche Bedarf gedeckt werden [8].

Sollten also beispielsweise 100 ”g einmalig zugefĂŒhrt werden, so kann der Körper davon 2 ”g aktiv aufnehmen und es bleiben noch 98 ”g ĂŒbrig von denen knapp zwei weitere Prozent passiv aufgenommen werden können. 2 % von 98 sind rund 2 ”g und somit deckt man mit 100 ”g auch bei einer einmaligen tĂ€glichen Zufuhr in der Regel den B12-Bedarf. Dies kann jedoch von interindividuellen Faktoren beeinflusst werden. Viele Menschen wĂŒrden wahrscheinlich sogar mit einer etwas geringeren Dosis auskommen, wohingegen manche Menschen vielleicht etwas mehr benötigen. Eine etwas höhere oder niedrigere Dosis ist aber (wie auch im Vitamin D Artikel beschrieben) selten ein Problem, da man keine Punktlandung anstreben muss, was die Blutwerte betrifft. Auch hier gibt es einen Referenzbereich und solange man sich darin befindet, ist alles gut. Die aktuelle Datenlage lĂ€sst darauf schließen, dass dieser Zustand mit einer Dosierung von 100 ”g bei den allermeisten Personen erreicht wird. Deshalb haben wir auch in all unseren MultinĂ€hrstoffen, bei denen eine einmalige tĂ€gliche Einnahme empfohlen wird (ProVeg Essentials und ProVeg Essentials+) diese Dosis gewĂ€hlt.

Wenn ĂŒber niedrig dosierte Supplemente (≀ 20 ”g) oder angereicherte GetrĂ€nke und Lebensmittel der tĂ€gliche B12-Bedarf gedeckt werden soll, dann sollte aufgrund der begrenzten AufnahmefĂ€higkeit pro Zeiteinheit eine Zufuhr an mehreren Zeitpunkten des Tages erfolgen (am besten zu jeder oder aber zumindest zu zwei Mahlzeiten).

3. Langfristige Höchstzufuhr (UL) & Überversorgung

Bei der NahrungsergĂ€nzung mit Vitamin B12 besteht kaum Grund zur Sorge vor Überdosierung, da sich B12 als wasserlösliches Vitamin in vielen Untersuchungen als untoxisch erwiesen hat. Denn obwohl Vitamin B12 in großen Mengen von bis zu 5.000 ÎŒg im Körper gespeichert werden kann [10], wird ein Überschuss des wasserlöslichen Vitamins ĂŒber den Urin ausgeschieden und ist damit ungefĂ€hrlich [11]. Selbst bei einer intramuskulĂ€ren Gabe der 3.000-fachen B12-Zufuhrempfehlung sind keinerlei Nebenwirkungen in Untersuchungen (mit Ausnahme von gelegentlichen Hautunreinheiten bei wenigen Individuen – mehr dazu im Abschnitt „5. Was tun bei B12-Akne?“) aufgetreten [12]. Daher wurde auch von offizieller Stelle wie der European Food Safety Authority (EFSA) kein Tolerable Upper Intake Level ‒ also keine definierte Obergrenze fĂŒr die langfristige tĂ€gliche Einnahme – festgelegt [13].

An dieser Stelle sei jedoch erwĂ€hnt, dass es eine Studie aus 2019 gibt, die eine Korrelation zwischen hohen B12-Blutwerten (Serumwert > 1.000 ng/l) und Lungenkrebs feststellen konnte [14]. Extrem hohe B12-Dosen ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum sind einerseits unnötig und sollten andererseits aufgrund dieser Studienergebnisse vermieden werden.

Mit den erwĂ€hnten 100 ”g haben wir in unseren MultinĂ€hrstoffen, die einmal tĂ€glich zugefĂŒhrt werden (ProVeg Essentials und ProVeg Essentials+), eine eher moderate Dosis gewĂ€hlt. Viele andere PrĂ€parate am Markt liefern teilweise zwischen 500 und 5.000 ”g pro Tagesportion. Mit 100 ”g sollten die allermeisten Menschen optimal versorgt sein ohne, dass sie zu hohe Blutwerte und dadurch ein leicht erhöhtes Lungenkrebsrisiko aufweisen. Wenn man sich unsicher sein sollte oder leicht erhöhte B12-Blutwerte hat, dann bietet unser dritter MultinĂ€hrstoff Vegan Complete mit 20 ”g je Tagesportion (aufgeteilt auf mindestens zwei Mahlzeiten) eine noch geringere Dosis, die aufgrund der mehrfachen tĂ€glichen Zufuhr trotzdem eine ausreichende Versorgung sicherstellt, aber zugleich höhere Blutwerte so gut wie ausschließt.

In unserer Interventionsstudie wird sich zeigen, ob die Dosis von 100 ”g ausreicht oder etwas zu gering oder sogar zu hoch ist und zukĂŒnftig nach oben oder unten angepasst werden muss. Mit dieser Studie stellen wir sicher, dass die Formulierungen des MultinĂ€hrstoffs ProVeg Essentials+ und des Omega-3-PrĂ€parats ProVeg Omega 3+ optimal gewĂ€hlt sind. Unseres Wissens sind wir damit das erste NahrungsergĂ€nzungsmittelunternehmen in Europa, das die eigenen Produkte in einer randomisierten, placebo-kontrollierten Interventionsstudie untersuchen lĂ€sst, um die Wirksamkeit mit wissenschaftlichen Daten zu belegen. Mehr Informationen hierzu finden sich auf der Unterseite Forschung.

4. Mangel, Unterversorgung & der richtige Test

Untersuchungen zeigten, dass ohne eine B12-Supplementierung oder den regelmĂ€ĂŸigen Verzehr von angereicherten Lebensmitteln selbst bei unspezifischen Tests wie dem Serum-B12-Test etwa 86 % der Veganer einen B12-Mangel aufwiesen [15]. Da B12 im Organismus so viele unterschiedliche Aufgaben erfĂŒllt, kann ein Mangel auf viele verschiedene Arten sichtbar werden. HĂ€ufige leichte Mangelsymptome sind Kraftlosigkeit, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit und ImmunschwĂ€che. Bei lĂ€ngerer nicht ausreichender Zufuhr können sich diese zu schweren Mangelsymptomen wie Verwirrtheit, Taubheit in den Gliedmaßen bis hin zu LĂ€hmungen sowie Koordinations- und Sehstörungen entwickeln [16]. Bei einer mangelnden B12-Zufuhr kann es außerdem zur Erhöhung des Homocysteinspiegels (= HyperhomocysteinĂ€mie) kommen, was langfristig zu einer Erhöhung des Risikos fĂŒr kardiovaskulĂ€re Erkrankungen, Osteoporose, Rheuma und neurologische Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson fĂŒhrt [17].

Der Körper hat einen großen B12-Speicher, von dem lange Zeit gezehrt werden kann, sofern dieser gut gefĂŒllt ist. Da der Organismus Ă€ußerst effektiv in der Wiederverwertung von B12 ist, kann es trotz fehlender B12-Zufuhr ĂŒber die Nahrung oder NahrungsergĂ€nzungsmittel bei normal gefĂŒllten Speichern bei Erwachsenen mehrere Jahre dauern, bis sich erste Mangelsymptome bemerkbar machen [9]. Wenn sich Personen fĂŒr eine vegetarische oder vegane ErnĂ€hrung entscheiden, sollte dennoch nicht darauf gewartet werden, dass sich die Speicher langsam entleeren. Stattdessen sollte mit Beginn der ErnĂ€hrungsumstellung auf eine NahrungsergĂ€nzung mit B12 geachtet werden.

Um den Versorgungsstand mit B12 ĂŒberprĂŒfen zu können, gibt es vier potenzielle Laborparameter.

Besonders der Holo-TC-Wert ist in der Praxis als aussagekrĂ€ftiger Marker relevant. In der Blutbahn kann B12 an unterschiedliche Transporter gebunden sein, um zur Zielzelle zu gelangen, aber nur fĂŒr eine Art von Transporter namens Transcobalamin II gibt es in den Zellen auch Rezeptoren. Der Komplex aus Transcobalamin II zusammen mit B12 nennt sich Holo-Transcobalamin II (Holo-TC) und ist die einzige Form von B12, die von den DNA-produzierenden Zellen des Körpers aufgenommen werden kann, weswegen es als das aktive B12 bezeichnet wird [18]. Etwa 80 % des im Blut zirkulierenden B12 sind jedoch kein Holo-TC und damit biologisch nicht aktiv [8]. Messmethoden wie der gĂ€ngige Serum-B12-Test, der diese wichtige Unterscheidung nicht abbilden kann, sind daher nur sehr bedingt zur Beurteilung der B12-Versorgung geeignet. Besser ist ein Holo-Transcobalamin-Test, der das aktive B12 misst. Dieser Test wird in der Regel weder bei einem kleinen noch beim großen Blutbild gemessen und man muss extra bei der behandelnden medizinischen Fachkraft danach fragen.

Das Messergebnis sollte dabei grĂ¶ĂŸer als 50 pmol/l (Pikomol/Liter) sein, um von einer guten Versorgung ausgehen zu können. Unter 35 pmol/l kann man von einem sicheren B12-Mangel sprechen und ein Wert zwischen 35 und 50 pmol/l gilt als Graubereich, in dem ein Mangel nicht ausgeschlossen werden kann [19].

5. Was tun bei B12-Akne?

Wie bereits erwĂ€hnt sind höhere B12-Zufuhrmengen ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel grundsĂ€tzlich ungefĂ€hrlich, wenn auch unnötig. Es gibt jedoch eine Nebenwirkung, die bei der Einnahme von B12-Hochdosen bei manchen Personen beobachtet wurde. Die Rede ist dabei von sogenannter B12-induzierter Akne. Wie Untersuchungen zeigen, sind Frauen von dieser Nebenwirkung wesentlich hĂ€ufiger betroffen als MĂ€nner [20]. B12-induzierte Hautunreinheiten verschwinden kurze Zeit nach dem Absetzen von Hochdosen wieder [20]. Bis die Akne von selbst abheilt, können in AusnahmefĂ€llen jedoch mehrere Wochen vergehen. Bei den meisten Personen dauert dieser Abheilungsprozess allerdings nur wenige Wochen [21].

Dieses PhĂ€nomen wurde bereits in wissenschaftlichen Veröffentlichungen der 1970er-Jahre beschrieben [22] und dennoch sind die genauen Mechanismen dahinter bis heute nicht im Detail geklĂ€rt. Es gibt mehrere Hypothesen deren AusfĂŒhrungen hier den Rahmen sprengen wĂŒrden.

Von der genauen Ursache abgesehen bleibt die Lösung des Problems gleich: Sensible Personen mit B12-induzierter Akne sollten hohe Dosen an B12 ebenso wie eine intramuskulĂ€re Verabreichung meiden und stattdessen geringe Mengen supplementieren. Um die bestmögliche Absorptionsrate an B12 bei gleichzeitig geringer Zufuhr zu garantieren, empfiehlt es sich den B12-Bedarf im Zuge mehrerer Dosen ĂŒber den Tag verteilt, anstatt durch eine hohe Einzeldosis, zu decken. Wird B12 mehrmals tĂ€glich zugefĂŒhrt, genĂŒgen bereits geringe Mengen in Höhe von 5 bis 10 ÎŒg pro Dosis (wie bei unserem MultinĂ€hrstoff Vegan Complete; mehr dazu im nĂ€chsten Absatz). Die Aufteilung der B12-Dosis sollte sich am individuellen Hautbild orientieren und es ist eventuell etwas Zeit zum Austesten nötig, um eine Verbesserung zu bemerken. Diese wird eher nicht ĂŒber Nacht, sondern im Laufe einiger Tage beziehungsweise weniger Wochen stattfinden.

6. Die richtige NahrungsergÀnzung

Bei diesem Absatz handelt es sich um unsere Meinung anhand der Summe der wissenschaftlichen Daten zum Thema B12.

Im Endeffekt fĂŒhren viele Wege zu einer guten B12-Versorgung. Schlussendlich ist es wichtig, dass die Versorgung sichergestellt wird und ein B12-Mangel vermieden wird ohne, dass langfristig unnötig hohe Mengen zugefĂŒhrt werden. Ob die Versorgung nun aber ĂŒber Lutschtabletten, Kapseln, Zahncreme, Tabletten, Tropfen, Kaugummi, Nasensprays, Injektionen oder angereicherte Lebensmittel erfolgt, ist am Ende des Tages irrelevant und man kann hier nach der eigenen PrĂ€ferenz wĂ€hlen.

Wichtig ist, dass bei vegetarischer und veganer ErnĂ€hrung mit einer Supplementierung nicht gewartet wird, bis die ersten Mangelsymptome auftreten und sich die Speicher geleert haben, sondern, dass von Anfang an und auf regelmĂ€ĂŸiger Basis B12 supplementiert wird.

Zur langfristigen Sicherstellung der B12-Versorgung haben wir in all unseren MultinĂ€hrstoffen B12 inkludiert. Wir haben uns dabei stets fĂŒr einen MHA-Komplex entschieden, um möglichst viele EventualitĂ€ten auszuschließen. Die gewĂ€hlte Dosierung hĂ€ngt dabei von der Zufuhrempfehlung des Produkts ab. Bei den MultinĂ€hrstoffen ProVeg Essentials und ProVeg Essentials+ wird eine einmalige tĂ€gliche Zufuhr von jeweils einer Kapsel empfohlen. Dementsprechend höher fĂ€llt hier die Dosierung aus, die sich jeweils auf 100 ”g belĂ€uft, sodass die Versorgung wie zuvor beschrieben sichergestellt wird. Beim MultinĂ€hrstoff Vegan Complete besteht die Tagesportion aus vier Kapseln, deren Zufuhr auf mindestens zwei Mahlzeiten aufgeteilt wird. Deshalb konnte hier eine geringere Dosis in Höhe von 20 ”g gewĂ€hlt werden. Dadurch fĂŒhrt man 2x 10 ”g zu und deckt damit ebenso den Bedarf. Der Vorteil hier ist außerdem, dass das Produkt auch fĂŒr Personen, die ein Problem mit zu hohen B12-Dosen in Bezug auf B12-induzierte Akne haben, geeignet ist. Mit diesem Produkt bieten wir also auch fĂŒr diese Nische eine Option eines veganen MultinĂ€hrstoffs, der die vegane Kost optimal unterstĂŒtzt und eine Grundversorgung aller MikronĂ€hrstoffe sicherstellt.

Die Dosierungen in den MultinĂ€hrstoffen sind zur langfristigen Deckung des Grundbedarfs gedacht und sind so moderat gewĂ€hlt, dass diese nicht fĂŒr den Ausgleich eines diagnostizierten Mangels ausreichen. Wenn also ein Mangel ĂŒber ein Blutbild anhand des Holo-TC-Werts festgestellt wurde, dann empfiehlt es sich höhere B12-Dosen zu supplementieren, bis der Mangel ausgeglichen ist. Zu diesem Zweck haben wir ein B12-MonoprĂ€parat entwickelt, das hochdosiert und speziell fĂŒr den Ausgleich eines Mangels gedacht ist. Mit 60 Kapseln zu je 500 ”g Vitamin B12 (erneut als MHA-Komplex) sollte dieses Produkt eine ausreichende Menge liefern, um so gut wie jeden B12-Mangel ausgleichen zu können. Wie bei fast allem im Leben gibt es auch hier so viele Faktoren, dass man dies nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen kann, aber fĂŒr die allermeisten Personen genĂŒgt dieses PrĂ€parat, um in 60 Tagen (eine Kapsel pro Tag) einen B12-Mangel auszugleichen. Das PrĂ€parat kann dabei zusĂ€tzlich zu einem unserer MultinĂ€hrstoffe eingenommen werden, sollte aber wie gesagt nicht langfristig verwendet werden. Eine erneute Bestimmung der Blutparameter nach der 60-tĂ€gigen Einnahme kann Auskunft darĂŒber geben, ob alles geklappt hat, der Mangel ausgeglichen wurde und zur Erhaltungsdosis in Form eines MultinĂ€hrstoffs ĂŒbergegangen werden kann. Wenn der Mangel weiterhin besteht und sich der Wert kaum verĂ€ndert hat, dann sollte man unbedingt mit der behandelnden medizinischen Fachkraft RĂŒcksprache halten und Alternativen (z.B. eine B12-Injektion) in Betracht ziehen, weil eventuell die B12-Aufnahme ĂŒber den Verdauungstrakt gestört ist oder andere medizinische Probleme bestehen könnten.

7. Quellen

[1]        Verordnung (EG) Nr. 1170/2009 der Kommission vom 30. November 2009 zur Änderung der Richtlinie 2002/46/EG des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates und der Verordnung (EG) Nr. 1925/2006 des EuropĂ€ischen Parlaments. Zugriff am 4. April 2022.

[2]        Obeid, R., Fedosov, S.N. & Nexo, E. (2015). Cobalamin coenzyme forms are not likely to be superior to cyano‐ and hydroxyl‐cobalamin in prevention or treatment of cobalamin deficiency. Molecular Nutrition & Food Research. 59 (7), 1364–1372. 

[3]        Kamath, A. & Pemminati, S. (2017). Methylcobalamin in vitamin B12 deficiency: To give or not to give? Journal of Pharmacology and Pharmacotherapeutics, 8 (1), 33. 

[4]        Arslan, ƞ., Arslan, Ä°. & Tirnaksiz, F. (2013). Cobalamins and methylcobalamin: Coenzyme of Vitamin B12. FABAD J Pharm ScI, 38 (3), 151–157.

[5]        Thakkar, K. & Billa, G. (2015). Treatment of vitamin B12 deficiency–Methylcobalamine? Cyancobalamine? Hydroxocobalamin? – clearing the confusion. European Journal of Clinical Nutrition, 69 (1), 1–2. 

[6]        Boddy, K., King, P., Mervyn, L. et al. (1968). Retention of cyanocobalamin, hydroxocobalamin, and coenzyme B12 after parenteral administration. The Lancet, 292 (7570), 710–712. 

[7]        Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung, Österreichische Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung, and Schweizerische Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (2018). Referenzwerte fĂŒr die NĂ€hrstoffzufuhr – Vitamin B12 (2. Aufl.). Bonn: Neuer Umschau Buchverlag. 

[8]        Gropper, S.S., Smith, J.L. & Carr, T.P. (2017). Advanced Nutrition and Human Metabolism (7. Aufl.). Boston: Cengage Learning. 

[9]        O’Leary, F. & Samman, S. (2010). Vitamin B12 in Health and Disease. Nutrients, 2 (3), 299–316. 

[10]      Hahn, A., Ströhle, A. & Wolters, M. (2016). ErnĂ€hrung – Physiologische Grundlagen, PrĂ€vention, Therapie (3. Aufl.). Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. 

[11]      Fukuwatari, T., Sugimoto, E., Tsuji, T. et al. (2009). Urinary excretion of vitamin B12 depends on urine volume in Japanese female university students and elderly. Nutrition Research, 29 (12), 839–845. 

[12]      Allen, L.H. (2012). Vitamin B-12. Advances in Nutrition, 3 (1), 54–55. 

[13]      European Food Safety Authority (2006). Tolerable Upper Intake Levels for vitamins and minerals. Zugriff am 7. April 2022.

[14]      Fanidi, A., Carreras‐Torres, R., Larose, T.L. et al. (2019). Is high vitamin B12 status a cause of lung cancer? International Journal of Cancer, 145 (6), 1499–1503. 

[15]      Richter, Ma., Boeing, H. et al. for the German Nutrition Society (DGE) (2016). Vegan Diet. Position of the German Nutrition Society (DGE). Ernahrungs Umschau, (63(4)), 92–102. 

[16]      Biesalski, H.K. (2016). Vitamine und Minerale – Indikation, Diagnostik, Therapie. Stuttgart: Georg Thieme Verlag. 

[17]      Tinelli, C., Di Pino, A., Ficulle, E. et al. (2019). Hyperhomocysteinemia as a Risk Factor and Potential Nutraceutical Target for Certain Pathologies. Frontiers in Nutrition, 6, 49. 

[18]      LĂŒthgens, K.J. (2019). Holo-Transcobalamin: Marker zur verbesserten Erkennung von Vitamin-B12-MangelzustĂ€nden. Zugriff am 7. April 2022.

[19]      Keller, M. (2014). Vitamin B12: Manchmal wird es knapp. Zugriff am 7. April 2022.

[20]      Braun-Falco, O. & Lincke, H. (1976). [The problem of vitamin B6/B12 acne. A contribution on acne medicamentosa (author’s transl)]. MMW, Munchener medizinische Wochenschrift. 118 (6), 155–160. 

[21]      Veraldi, S., Benardon, S., Diani, M. & Barbareschi, M. (2018). Acneiform eruptions caused by vitamin B12: A report of five cases and review of the literature. Journal of Cosmetic Dermatology, 17 (1), 112–115.

[22]      DuprĂ©, A., Albarel, N., Bonafe, J.L. et al. (1979). Vitamin B-12 induced acnes. Cutis, 24 (2), 210–211. 

Zuletzt aktualisiert: 1. Mai 2022


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