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Taurin

Disclaimer: Die nachfolgenden Inhalte dienen zu Informationszwecken und ersetzen keinen Ă€rztlichen Rat.

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2023

1. Einleitung: Bioaktive Substanzen aus tierischen Produkten (Meat-based Bioactive Compounds)

Der Begriff ‚Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln‘, der auch Namensgeber des gleichnamigen Werks der ErnĂ€hrungswissenschaftler Dr. Bernhard Watzl & Dr. Claus Leitzmann (2005) war, steht spĂ€testens seit der einflussreichen Arbeit dieser beiden Wissenschaftler in den Köpfen der meisten Personen ausschließlich mit pflanzlichen Lebensmitteln in Verbindung.1 In den vergangenen Jahren zeigten jedoch mehr und mehr Publikationen, dass es abseits der bioaktiven Substanzen, die ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, auch eine Reihe an bioaktiven Substanzen gibt, die ĂŒberwiegend bzw. ausschließlich in tierischen Lebensmitteln – und innerhalb dieser Gruppe vor allem in Fleisch und Innereien – vorkommen.2 Diese als ‚Meat-Based Bioactive Compounds‘ (MeBiCo) bezeichneten Stoffe werden in manchen Publikationen auch ‚Carninutrients‘ genannt. Es existiert bis heute keine einheitliche Kategorisierung darĂŒber, welche Stoffe im engeren Sinne zu dieser Gruppe zĂ€hlen, aber zu den am hĂ€ufigsten genannten und am besten erforschten Vertretern gehören die NĂ€hrstoffe Kreatin, Carnitin und Taurin sowie Carnosin und Hydroxyprolin.3,4,5 Laut McCarty (2004) zĂ€hlt ein NĂ€hrstoff zu dieser Gruppe, wenn er (1) in solch einer Menge in Fleisch enthalten ist, dass ĂŒber die gĂ€ngige omnivore Kost physiologisch relevante Mengen dieses NĂ€hrstoffs aufgenommen werden können und (2) dieser NĂ€hrstoff nicht bzw. nicht in physiologisch relevanter Menge in nicht-tierischen Lebensmitteln vorkommt.6

Obwohl der NĂ€hrstoff Cholin (ehemals Vitamin B4) eine vitaminĂ€hnliche Substanz ist und im Gegensatz zu den zuvor genannten NĂ€hrstoffen abseits von Fleisch und Innereien auch in großer Menge in Eiern sowie in geringer Menge in diversen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt,  wird Cholin dennoch in einigen Publikationen zu dieser Gruppe gezĂ€hlt.5 Auch Vitamin B12 wird in manchen Publikationen als Carninutrient bezeichnet,6 wobei durch gewisse Fermentationstechniken auch große Mengen an bioverfĂŒgbarem B12 auf natĂŒrlichem Weg in pflanzliche Lebensmittel integriert werden können.7 Die NĂ€hrstoffe aus der Mebico- bzw. Carninutrient-Gruppe zeigen in Untersuchungen – sowohl als Bestandteil tierischer Lebensmittel als auch als isolierte Stoffe in NahrungsergĂ€nzungsmitteln – positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus in Bezug auf den Fettstoffwechsel, die Herz-Kreislauf-Gesundheit, die Nervenfunktion, die Haut-, Haar- und Knochengesundheit sowie die Entwicklung und Aufrechterhaltung der Gehirnfunktion und sind damit fĂŒr die menschliche Gesundheit von großer Bedeutung.3 Da – wie im Laufe der nachfolgenden Darstellung noch im Detail dargelegt wird – der menschliche Körper diese Stoffe zwar zu einem gewissen Grad selbst bilden kann,  aber die Eigensynthese zur optimalen Alleinversorgung zumeist nicht ausreicht, haben vor allem vegetarisch und vegan lebende Personen sowie alle Menschen mit einem sehr geringen Verzehr an Fleisch und Innereien – vor allem wenn sie sportlich aktiv sind – ein höheres Risiko fĂŒr eine unzureichende Versorgung mit diesen Stoffen.8 Daher schlagen mehrere Publikationen vor, diese Gruppe an NĂ€hrstoffen bei vegetarischer und veganer ErnĂ€hrung mindestens in jener Höhe ĂŒber NahrungsergĂ€nzungsmittel zuzufĂŒhren, wie sie im Rahmen einer gut geplanten mischköstlichen ErnĂ€hrung vorkommen.6,9 Noch höhere Mengen können darĂŒber hinaus im Kontext der Optimierung der Gesundheit zu prĂ€ventiven und therapeutischen Zwecken sinnvoll sein.

2. Taurin: essenziell, semi-essenzielle oder nicht-essenziell?

Wie in einer Publikation der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO, 2023) im Detail beschrieben wird, vollzogen sich im Rahmen der menschlichen Evolution im Laufe der Zeit bestimmte physiologische VerĂ€nderungen im Vergleich zu anderen Primaten, die in Bezug auf die heutige menschliche ErnĂ€hrung eine gewisse AbhĂ€ngigkeit von tierischen Lebensmitteln bzw. der darin vorkommenden Stoffe mit sich brachte. Dazu zĂ€hlt neben der erworbenen UnfĂ€higkeit das endogen von menschlichen Darmbakterien produzierte Vitamin B12 im Dickdarm zu absorbieren, die im Vergleich zu anderen Primaten grĂ¶ĂŸere AbhĂ€ngigkeit von Nahrungscholin, die reduzierte KonvertierungsfĂ€higkeit der kurzkettigen Omega-3-Alpha-LinolensĂ€ure zur langkettigen DocosahexaensĂ€ure (DHA) sowie die Reduktion der körpereigenen Taurinsynthese aus dessen AminosĂ€uren-VorgĂ€nger und die damit einhergehende Notwendigkeit der Taurinzufuhr ĂŒber die Nahrung fĂŒr weite Teile der Bevölkerung.10

Taurin ist neben Methionin, Cystein und Homocystein die vierte bekannte schwefelhaltige AminosĂ€ure im menschlichen Organismus. Im Gegensatz zu Methionin und Cystein spielt Taurin allerdings keine Rolle fĂŒr die Proteinsynthese, aber weist dennoch zahlreiche wichtige Funktionen im menschlichen Körper auf. Identifiziert wurde Taurin bereits im Jahr 1827 von den beiden deutschen Wissenschaftlern Leopold Gmelin und Friedrich Tiedemann, die diesen Stoff als die ersten in der GallenflĂŒssigkeit eines Rinds erkannten und ihn ursprĂŒnglich als „Gallen-Asparagin“ benannten.11 Die heutige Bezeichnung „Taurin“ wurde erst knapp eine Dekade spĂ€ter in der wissenschaftlichen Literatur verwendet. Trotz dieser bereits weit zurĂŒckreichenden Entdeckungsgeschichte sowie zahlreichen Publikationen aus den 1980er, 1990er und frĂŒhen 2000er Jahren, die bereits auf die große Bedeutung von Taurin im Organismus aufmerksam machten, gelangte dieser ebenso wie weitere Carninutrients erst innerhalb der letzten Jahre auch in der Allgemeinbevölkerung zu mehr Bekanntheit.

Taurin gilt in der gĂ€ngigen Fachliteratur als nicht-essenziell fĂŒr Nagetiere wie MĂ€use und Ratten, als essenziell fĂŒr die Gattung der Katzen und als semi-essenziell bzw. bedingt-essenziell fĂŒr Menschen.12 Wie Ripps & Shen (2012) in ihrer Übersichtsarbeit zu Taurin allerdings  treffend beschreiben, ist die Kategorisierung von Taurin als eine nicht-essenzielle bzw. bedingt-essenzielle AminosĂ€ure eine eindeutige Fehlbezeichnung.13 Zwar ist Taurin eine der wenigen AminosĂ€uren, die nicht in der Proteinsynthese verwendet werden und der menschliche Körper hat eine gewisse KapazitĂ€t zur Eigensynthese, jedoch reicht diese zumeist nicht aus und eine Erhöhung der Taurinzufuhr ĂŒber die Nahrung und/oder eine NahrungsergĂ€nzung ging in zahlreichen Studien mit gesundheitlichen Vorteilen einher.14  Besonders bei veganer ErnĂ€hrung wird die Taurinbedarfsdeckung noch weiter erschwert, da nicht nur keine Taurinquelle in der pflanzlichen Nahrung zu finden ist, sondern auch jene AminosĂ€uren, die als Ausgangsstoffe der Taurinsynthese fungieren (Methionin und Cystein) in pflanzlichen Lebensmittel durchschnittlich deutlich geringer konzentriert als in tierischen Lebensmitteln vorliegen.2 Welche Stoffwechselwege im Organismus notwendig sind, um aus Methionin schlussendlich Taurin zu synthetisieren, illustriert Abbildung 1.

Abb. 1: Syntheseweg von Taurin15

Wie Abbildung 1 zeigt, beginnt die Taurinsynthese in der Leber mit Methionin (durch eine durch Magnesium katalysierten Methylierung = Transfer von Methylgruppen (CH₃)) von Methionin zu Homocystein.16 Im nĂ€chsten Schritt wird Homocystein – katalysiert durch Cystathionin-ÎČ-Synthase (CBS) zu Cystathionin und mit Hilfe der aktiven Co-Enzymform von Vitamin B(Pyridoxal-5-Phosphat; P5P) weiter zu Cystein verstoffwechselt. Cystein wird wiederum – katalysiert durch das Enzym Cystein-Dioxygenase – zu CysteinsulfinsĂ€ure. Im Stoffwechselweg wird im nĂ€chsten Schritt mit Hilfe einer Decarboxylierung (= Abspaltung eines Kohlenstoffdioxid-MolekĂŒls) durch Cystein-SulfinsĂ€ure-Decarboxylase (CSAD) der TaurinvorlĂ€ufer namens Hypotaurin gebildet, der im letzten Schritt durch Hypotaurin-Dehydrogenase zu Taurin oxidiert (= Abgabe eines Elektrons) wird.

Die Rate der Taurin-Eigensynthese ist dabei nicht nur von der Menge an den Ausgangssubstraten (Methionin/Cystein), sondern auch von der VerfĂŒgbarkeit ausreichender Mengen an Co-Faktoren  wie Pyridoxin (Vitamin B6), aber auch Niacin (B3), Eisen und MolybdĂ€n abhĂ€ngig.17,18 Ein Mangel an diesen AminosĂ€uren, Vitaminen und Mineralstoffen kann entsprechend die Taurinsynthese reduzieren. DarĂŒber hinaus entscheidet die EnzymaktivitĂ€t des Individuums ĂŒber die Höhe der Taurin-Eigensynthese,19  und der limitierende Faktor hierbei scheint die Cystein-SulfinsĂ€ure-Decarboxylase-AktivitĂ€t (CSAD) zu sein, deren AktivitĂ€t neben der Genetik auch in AbhĂ€ngigkeit des Geschlechts, des Alters und des Gesundheitszustands sehr unterschiedlich ausfallen kann, was wiederum die großen interindividuellen Unterschiede in der EigensynthesekapazitĂ€t an Taurin erklĂ€rt.14 Die Taurin-Synthese erreicht im Laufe des Lebenszyklus der Frau ihre HöchstaktivitĂ€t wĂ€hrend der Schwangerschaft und hat bei beiden Geschlechtern ihre niedrigste AktivitĂ€t im SĂ€uglings- und Kleinkindesalter, weshalb in diesen Phasen ein besonderes Augenmerk auf eine ausreichende Taurinzufuhr zu legen ist.20 Im Laufe der ersten Lebensmonate nimmt die EnzymaktivitĂ€t von Kleinkindern sukzessive zu und reduziert sich anschließend im höheren Alter erneut, weshalb Senioren durchschnittlich schlechter mit Taurin versorgt sind als jĂŒngere Erwachsene.21,22

Die Taurin-Eigensyntheserate eines gesunden Erwachsenen betrĂ€gt in AbhĂ€ngigkeit der Proteinzufuhr, der NĂ€hrstoffbedarfsdeckung und der EnzymaktivitĂ€t der Leber zwischen 50 bis 125 mg pro Tag23  und kann durch diverse Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes und gewisse Krebserkrankungen eingeschrĂ€nkt sein, wodurch bei diesen Krankheitsbildern ein besonderer Fokus auf eine ausreichende Taurinzufuhr zu legen ist.3 Im Gegensatz zu anderen NĂ€hrstoffen wie DHA, bei denen Frauen eine höhere Eigensynthese aufweisen,24 ist die EnzymaktivitĂ€t im Rahmen der Taurin-Eigensynthese bei MĂ€nnern durchschnittlich höher, was bei ihnen zu einer durchschnittlich höheren Eigensyntheserate im Vergleich zu Frauen fĂŒhrt.9 Im Vergleich zu anderen Tieren wie Rindern, Schweinen, Schafen, HĂŒhnern, Enten und Ratten ist die CSAD-AktivitĂ€t beim Menschen und anderen Primaten allerdings insgesamt nur gering ausgeprĂ€gt, was – wie bereits erwĂ€hnt – dazu fĂŒhrt, dass fĂŒr eine optimale Bedarfsdeckung auch zusĂ€tzliches Taurin ĂŒber die Nahrung bzw. eine NahrungsergĂ€nzung zugefĂŒhrt werden sollte.

3. Die Rolle von Taurin im menschlichen Körper

Taurin erfĂŒllt im Körper vielfĂ€ltige Aufgaben und hat u.a. einen Einfluss auf die Stabilisierung der Zellmembranen, die Aufrechterhaltung der Thrombozytenfunktion, die Bindung zellschĂ€digender freier Radikale (Antioxidans), die Regulierung des Herzschlags sowie die Fettverdauung.3,16 Letzteres beruht auf dem Umstand, dass Taurin relevant fĂŒr die Bildung der GallenflĂŒssigkeit ist und ein Mangel diese beeintrĂ€chtigen kann. Bereits seit mehreren Jahrzehnten wird Taurin außerdem in klinischen Studien zur Verbesserung des metabolischen Syndroms, zur Verbesserung der Insulinproduktion der Beta-Zellen der BauchspeicheldrĂŒse sowie zur Erhöhung der InsulinsensitivitĂ€t in Probanden mit HyperglykĂ€mie eingesetzt.3,25,26 Untersuchungen an Diabetikern zeigen außerdem, dass deren Taurinspiegel im Vergleich zu gesunden Probanden um etwa 25 % reduziert sind,27 was eine zusĂ€tzliche Gabe an vorgeformtem Taurin fĂŒr Diabetiker besonders relevant macht. DarĂŒber hinaus zeigte eine Erhöhung der Taurinzufuhr eine positive Wirkung auf die Triglyzeridwerte ĂŒbergewichtiger Probanden. In einer randomisierten, placebo-kontrollierten Studie mit 30 Probanden konnte die Gabe von 3.000 mg Taurin pro Tag ĂŒber 7 Wochen hinweg die Plasma-Triglyzeridwerte der Interventionsgruppe um durchschnittlich 8 mg/dl senken, wohingegen die Triglyzeridwerte der Kontrollgruppe um durchschnittlich 3 mg/dl anstiegen.28 Eine adĂ€quate Taurinversorgung ist außerdem wichtig fĂŒr eine optimal funktionierende Muskelleistung. Eine Metaanalyse (Waldron et al., 2018) von 10 peer-reviewed Publikationen zu den Auswirkungen von Taurin auf die Ausdauerleistung von Erwachsenen mit Dosen von 1.000 bis 6.000 mg pro Tag fĂŒr bis zu 2 Wochen zeigte, dass die allgemeine Ausdauerleistung der Probanden durch die Tauringabe verbessert werden konnte.29 Auch weitere, jĂŒngere Publikationen unterstreichen die Tatsache, dass Taurin als ergogenes (= sportliche Leistung fördernd) Hilfsmittel leistungssteigernd im Ausdauersport wirken kann, indem Taurin hilft, MuskelfaserschĂ€digungen vorzubeugen, den Muskelprotein-Katabolismus mindert und oxidativen Stress reduziert.3

Im Körper einer erwachsenen Person befindet sich Taurin etwa in einer Konzentration von 0,1 % des Körpergewichts.30 Eine 60 kg schwere Beispielperson wĂŒrde somit etwa 60 g Taurin enthalten. Abbildung 2 illustriert die Verteilung von Taurin im menschlichen Organismus sowie dessen biochemische Struktur.

Abb. 2: Tauringehalt diverser Gewebe und FlĂŒssigkeiten im menschlichen Körper31

Taurin zeigte darĂŒber hinaus in mehreren Untersuchungen positive Effekte in Bezug auf die Haar- und Hautgesundheit, was vor allem im Kontext von vegetarisch-veganen ErnĂ€hrungsweisen von Interesse ist. Mehrere Fallberichte von FachkrĂ€ften ebenso wie von Betroffenen zeigten bereits, dass es im Rahmen von pflanzenbasierten ErnĂ€hrungsweisen aufgrund von NĂ€hrstoffengpĂ€ssen zu Problemen mit Haarausfall und schlechter Haut kommen kann.32,33,34,35,36 Wie in einer Übersichtsarbeit (Guo et al., 2017) beschrieben wurde, gibt es zahlreiche NĂ€hrstoffdefizite, die zu Haarausfall beitragen können und eine vegetarische und vegane ErnĂ€hrung kann diesbezĂŒglich ein bedeutender Risikofaktor sein, da gewisse NĂ€hrstoffe wie die Mineralstoffe Zink und Eisen ebenso wie weitere NĂ€hrstoffe durchschnittlich in geringerer Menge bzw. geringerer BioverfĂŒgbarkeit in pflanzlichen ErnĂ€hrungsweisen vorkommen.37 Zur Liste an potenziellen NĂ€hrstoffdefiziten bei vegan-vegetarischer ErnĂ€hrung mit Auswirkung auf die Haargesundheit sollte zukĂŒnftig außerdem auch Taurin gezĂ€hlt werden, wie zumindest erste In-Vitro- und Tierstudien nahelegen. Eine Publikation auf Basis von In-Vitro-Untersuchungen (Collin et al., 2006) zeigte, dass Haarfolikel im Beisein von Taurin im NĂ€hrmedium bessere Überlebensraten als in taurinfreien NĂ€hrmedien aufwiesen.38 DarĂŒber hinaus zeigte sich anhand eines Tiermodells (Kim et al., 2013), dass eine Tauringabe in Kombination mit gĂ€ngigen Medikamenten gegen Haarausfall deren Wirkung im Vergleich zur alleinigen Anwendung der Medikamente signifikant verstĂ€rkte.39 Taurin kommt außerdem in hoher Konzentration in der Haut vor und spielt eine wichtige Rolle in der Hautgesundheit.40 Untersuchungen zeigten, dass der Tauringehalt der Haut mit fortschreitendem Alter abnimmt und das wiederum einer von mehreren GrĂŒnden fĂŒr abtrĂ€gliche VerĂ€nderungen im Hautbild sein kann.40 Taurin spielt außerdem eine Rolle in der Vorbeugung von trockener und schuppiger Haut, indem es entzĂŒndliche Prozesse in der Haut mindert und die epidermale Lipidsynthese stimuliert.41 Im Tiermodell zeigte sich darĂŒber hinaus eine positive Wirkung von Taurin auf die Gesundheit der Haut bezĂŒglich ihrer UV-Licht-Toleranz und der Faltenbildung und die Autoren schlussfolgern, dass eine erhöhte Taurinzufuhr ĂŒber die Nahrung bzw. eine Taurin-Supplementierung einen positiven Effekt auf das Hautbild haben kann.42

4. Die Bedeutung von Taurin in der Schwangerschaft, Stillzeit und Beikost

Taurin spielt eine zentrale Rolle in der embryonalen und frĂŒhkindlichen Entwicklung. Taurin agiert wĂ€hrend der Schwangerschaft als Wachstumsmodulator und ist bedeutsam fĂŒr die  embryonale Gehirnentwicklung,43 weshalb der Taurinbedarf der Frau wĂ€hrend der Schwangerschaft erhöht ist und dringend auf tĂ€glicher Basis sichergestellt werden soll.44 Die wichtige Rolle von Taurin fĂŒr das Kind unterstreicht auch der Umstand, dass wĂ€hrend der Schwangerschaft und Stillzeit die Taurinausscheidung ĂŒber den Urin der Frau stark reduziert ist, um möglichst viel Taurin fĂŒr den Fötus bzw. den Neugeborenen (ĂŒber die Muttermilch) aufsparen zu können. WĂ€hrend der ersten Schwangerschaftswochen wird Taurin in mĂŒtterlichen Geweben hierfĂŒr gespeichert, um die TaurinvorrĂ€te im weiteren Verlauf der Schwangerschaft an den Fötus weiterzureichen.45

Die Auswirkung auf das Wachstum und die Entwicklung von Kindern wurde bereits in mehreren Studien getestet. In einer Untersuchung an schwangeren Frauen und deren Nachwuchs wurde die Taurinzufuhr der Mutter samt deren Auswirkungen auf das Geburtsgewicht ihres Kindes untersucht. Im Gegensatz zu dem Drittel der Frauen mit der geringsten Taurinzufuhr (< 60 mg/Tag) war die KörpergrĂ¶ĂŸe und das Geburtsgewicht der Neugeborenen in der Gruppe mit der höchsten Taurinzufuhr (> 120 mg/Tag) signifikant höher.46 Ein Taurinmangel der Mutter kann außerdem neurologische Störungen beim Ungeborenen hervorrufen und Studien zeigten, dass Kinder, die mit TaurinmĂ€ngel geboren wurden unter anderem Störungen der Netzhaut und damit der Augenfunktion, EinschrĂ€nkungen in der Absonderung von GallensĂ€ure und damit einhergehend der Fettabsorption sowie SchĂ€den an der Leber aufwiesen. Niedrige Taurinlevel wĂ€hrend der Schwangerschaft und Kindheit – selbst wenn diese noch im Rahmen der normalen Referenzwerte liegen – können die Gehirnentwicklung negativ beeinflussen.47 In einer Untersuchung an 157 Kleinkindern fanden Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen niedrigen Plasma-Taurinspiegeln und schlechteren Ergebnissen in Bezug auf kognitive Tests sowohl im Alter von 18 Monaten als auch im Alter von 7 Jahren.48

Vorsicht gilt auch wĂ€hrend der Stillzeit: Taurin ist die hĂ€ufigste freie AminosĂ€ure im Gehirn des menschlichen Embryos und die zweithĂ€ufigste freie AminosĂ€ure in der menschlichen Muttermilch.14 Die genaue Konzentration hĂ€ngt dabei u.a. vom Versorgungsstatus der Mutter ab. Untersuchungen zeigten beispielsweise, dass die Muttermilch von Stillenden bei taurinfreier ErnĂ€hrung im Median 35 % weniger Taurin enthielt als jene von MĂŒttern mit moderat taurinhaltiger ErnĂ€hrung.49 Wenn nicht gestillt wird, gilt besondere Achtsamkeit in der Auswahl der SĂ€uglingsanfangsnahrung, da Taurin nur dann in SĂ€uglingsanfangsnahrung auf Kuhmilch- oder Sojamilchbasis in relevanter Menge vorkommt, wenn es zugesetzt wird. Auf Basis erster Studienergebnisse aus Skandinavien in den spĂ€ten 1970er Jahren zur positiven Wirkung von Taurin auf die kindliche Gesundheit, begann in den 80er und 90er Jahren die schrittweise Zugabe von Taurin zu SĂ€uglingsanfangsnahrung sowie zu NĂ€hrstofflösungen fĂŒr totale parenterale ErnĂ€hrung (TPE; Intravenöse ErnĂ€hrung von Menschen, die nicht regulĂ€r essen können) und zahlreiche Studienergebnisse haben diese Entscheidung seither untermauert.14 Dennoch enthĂ€lt nicht jede am Markt erhĂ€ltliche SĂ€uglingsanfangsnahrung Taurin und daher sollte stets darauf geachtet werden, ein Produkt mit Taurin zu erwerben, wenn nicht gestillt werden kann. Besondere Vorsicht gilt dabei bei FrĂŒhgeborenen: Diese weisen nicht nur geringere Taurinspeicher als termingerecht Geborene auf, sondern haben auch eine noch geringere Taurineigensynthese und daher einen definitiven Bedarf an einer ausreichenden Taurinzufuhr ĂŒber die Muttermilch gut versorgter MĂŒtter und in manchen FĂ€llen die Notwendigkeit nach einer zusĂ€tzlichen Supplementierung.23

5. Taurin bei veganer ErnÀhrung

Wie mehrere Publikationen zur Taurinversorgung der Bevölkerung schlussfolgern, sind Personen ohne regulĂ€ren Konsum von Fleisch und Fisch bzw. MeeresfrĂŒchten einem erhöhten Risiko einer Taurinunterversorgung ausgesetzt und vor allem Vegetarier und noch mehr Veganer weisen ein deutlich erhöhtes Risiko fĂŒr eine Unterversorgung auf, da sie im Normalfall keine Taurinquelle in ihrer ErnĂ€hrung haben.9,14 Das liegt daran, dass die gĂ€ngigen Taurinquellen in der menschlichen ErnĂ€hrung quasi ausschließlich Tierprodukte sind. Tabelle 1 zeigt einige der taurinreichsten Lebensmittel in der Mischkost.

Tab. 1: Tauringehalt ausgewÀhlter Lebensmittel50

Wie Tabelle 1 zeigt, zĂ€hlen Muscheln zu den mit Abstand taurinreichsten Lebensmitteln. Durch die Beigabe von Taurin in Energydrinks sind diese (je nach Marke) auch mehr oder weniger reich an Taurin und manche Marken wie Red Bull geben so viel Taurin zu ihren Energydrinks, dass eine Dose (250 ml) bereits etwa einen Gramm Taurin liefert. Wie Tabelle 1 außerdem zeigt, ist der Tauringehalt im Muskelfleisch von gewissen Tieren sehr starken Schwankungen ausgesetzt und so sind gewisse Teile von HĂŒhnern und TruthĂ€hnen (v.a. Schlegel/Keule) zwischen 10 bis knapp 30-fach taurinreicher als andere, taurinĂ€rmere Gewebe (z.B. Brust und FlĂŒgel). GĂ€ngige KĂŒchenzubereitungsmethoden wie Kochen und Braten haben dabei keinen negativen Effekt auf den Tauringehalt in Lebensmitteln.51

Wie aus Tabelle 1 ebenfalls zu entnehmen ist, ist klassische Kuhmilch sehr arm an Taurin. HĂŒhnereier enthalten quasi kein Taurin und sind deshalb in der Tabelle nicht aufgefĂŒhrt.52,53  Daher haben nicht nur Veganer, sondern auch Vegetarier ein hohes Risiko fĂŒr eine unzureichende Taurinversorgung. WĂ€hrend westliche Mischköstler – je nach genauer Kostzusammenstellung – bis zu etwa 400 mg und mehr in ihrer ErnĂ€hrung haben können, betrĂ€gt der Tauringehalt vegetarischer ErnĂ€hrungsweisen durchschnittlich nur etwa 17 mg und eine vegane ErnĂ€hrung ist zumeist gĂ€nzlich frei von Taurin.50 Die genaue Höhe des Tauringehalts der typisch westlichen mischköstlichen ErnĂ€hrung schwankt allerdings stark und bewegte sich in unterschiedlichen Untersuchungen im Bereich von unter 10 bis ĂŒber 370 mg in AbhĂ€ngigkeit der genauen Lebensmittelauswahl.49 Aufgrund ihrer anderen Speisenzusammenstellung betrĂ€gt selbst die durchschnittliche Taurinzufuhr in Teilen Japans mit etwa 400 mg deutlich höhere Taurinmengen und in einigen FĂ€llen nahmen japanische Probanden durch eine meeresfruchtreiche ErnĂ€hrung tĂ€glich sogar mehr als 1.000 mg Taurin zu sich.54

Wie groß das Risiko fĂŒr Vegetarier ist, hĂ€ngt letztendlich von ihrer genauen Lebensmittelauswahl ab, da zumindest gewisse vegetarische Lebensmittel wie Ziegenmilch (bis zu 15 mg Taurin per 100 g) moderate Mengen an Taurin aufweisen und etwa sechsmal so viel Taurin wie Kuhmilchprodukte enthalten kann.55 Da Ziegenmilchprodukte hierzulande allerdings wenig weit verbreitet sind, ist der Tauringehalt in vegetarischen ErnĂ€hrungsweisen in den allermeisten FĂ€llen Ă€ußerst gering und sowohl Vegetarier als auch Veganer können in erheblichem Maße von einer Supplementierung bzw. Lebensmittelanreicherung mit Taurin profitieren.

Da vegan lebende Menschen nicht nur kein vorgeformtes Taurin durch die Nahrung erhalten, sondern zusĂ€tzlich eine vegane ErnĂ€hrung auch Ă€rmer an Taurin-VorgĂ€ngerstoffen wie Methionin ist, verschĂ€rft sich die Situation zusĂ€tzlich.49,56 Wie eine kleine Studie bereits Ende der 1980er Jahre zeigte, weisen vegan lebende Menschen selbst im Falle einer im Referenzwert befindlichen Zufuhr an taurinbildenden Stoffen wie Methionin, Cystein und Pyridoxin (Vitamin B6) signifikant geringere Taurinspiegel als Mischköstler auf. In dieser Untersuchung (Laidlaw et al., 1988) an 12 veganen und 14 mischköstlichen Probanden zeigte sich, dass die Plasma-Taurinspiegel bei der veganen ErnĂ€hrung etwa 20 % geringer als bei der Mischkost ausfielen (45 vs. 58 ”mol/L).57 DarĂŒber hinaus zeigte sich, dass die Taurinausscheidung ĂŒber den Urin bei veganer ErnĂ€hrung signifikant geringer ausfiel (266 vs. 903 ”mol/Tag). So schlussfolgerten diese und weitere Autoren, dass die Höhe der Taurin-Eigensynthese auch bei Erwachsenen unzureichend ist, um bei taurinfreier ErnĂ€hrung auf Dauer die Taurinspiegel im Optimalbereich zu halten.58,57 In vergleichenden Untersuchungen zwischen veganen und mischköstlichen MĂŒttern zeigte sich außerdem, dass die Milch der veganen MĂŒtter im Median etwa 35 % weniger Taurin enthielt (277 ÎŒmol/l vs. 427 ÎŒmol/l).58 Da die Taurin-Eigensynthese bei menschlichen SĂ€uglingen noch geringer ausgeprĂ€gt ist als bei Erwachsenen, ist der SĂ€ugling noch stĂ€rker auf eine Taurin-Zufuhr angewiesen und reagiert daher entsprechend empfindlich auf Schwankungen des Gehalts an Taurin in der Muttermilch. Eine systematische Erfassung des Taurinstatus vegan lebender Kinder wurde noch nicht unternommen, aber die in Fallberichten auftauchenden pĂ€diatrischen Probleme, die Familien mit veganen Kleinkindern berichten, könnten u.a. durch eine zu geringe Taurinkonzentration der veganen Muttermilch bzw. auf ein weitestgehendes Fehlen von Taurin in der Nahrung nach dem Ende der Stillzeit bei EinfĂŒhrung einer veganen Beikost zurĂŒckzufĂŒhren sein.14

In einer Publikation zum Herz-Kreislauf-Risiko von Vegetariern und Veganern (McCarty, 2004) wurde darĂŒber hinaus die Hypothese aufgestellt, dass vegan und vegetarisch lebende Menschen zwar einerseits in einigen Aspekten positive ernĂ€hrungsbedingte Einflussfaktoren auf ihr Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Erkrankungen aufweisen, dass sie jedoch einige NĂ€hrstoffe mit protektiver Herz-Kreislauf-Wirkung wie langkettige Omega-3-FettsĂ€uren und gewisse Carninutrients wie Taurin zumeist quasi gar nicht zufĂŒhren.6 Die Sorge vor einem Mangel an gewissen NĂ€hrstoffen mit negativen Auswirkungen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit stammt aus der Beobachtung von drei voneinander unabhĂ€ngigen Teams an Wissenschaftlern, deren Studienergebnisse jeweils zeigten, dass das Blut von Vegetariern und Veganern im Vergleich zu Mischköstlern in Ex-Vivo-Studien höhere Raten an Thrombozytenfunktionsstörungen aufwiesen.59,60,61 Ein naheliegender Kandidat unter den MangelnĂ€hrstoffen mit Wirkung auf die Thrombozytenfunktion wĂ€ren die langkettigen Omega-3-FettsĂ€uren, da diese in einer Studie (Mezzano et al., 1999) zeigten, dass eine hohe Gabe dieser langkettigen Omega-3-FettsĂ€uren (1.400 mg/Tag) die Thrombozytenfunktion und damit die Herz-Kreislauf-Gesundheit von veganen Probanden verbessern kann.59 Da aber die Zufuhr an den langkettigen Omega-3-FettsĂ€uren EPA und DHA auch in der mischköstlichen Allgemeinbevölkerung durchschnittlich sehr gering ausfĂ€llt, kommen diese als Grund fĂŒr die gemessenen Unterschiede eher nicht in Frage. Daher rĂŒckt das Fehlen von Carninutrients  wie Taurin in den Fokus der Aufmerksamkeit zur Herz-Kreislauf-Gesundheit, da Taurin diverse kardioprotektive Eigenschaften aufweist: Es wirkt antioxidativ, blutdruckregulierend,  zeigte im Fall von Herzinsuffizienz eine vorteilhafte Wirkung auf die Kontraktionskraft des Herzens und wirkt positiv auf eben jene hier relevante Funktion der Thrombozyten (BlutblĂ€ttchen).62 In einer dieser drei Untersuchungen wurden Fleischesser des Weiteren in zwei Untergruppen eingeteilt: Personen mit hohem Fleischverzehr (> 285 g Fleisch/Tag) und Personen mit moderatem Fleischverzehr (<  285 g Fleisch/Tag) und es zeigte sich, dass in den Ex-Vivo-Untersuchungen die Thrombozytenaggregation (Verklumpung der BlutplĂ€ttchen) bei Personen mit noch fleischreicherer (und damit noch taurinreicherer) ErnĂ€hrung sogar noch geringer als bei moderat-fleischhaltiger Kost ausfiel, wodurch fĂŒr diese Personen das Risiko fĂŒr GefĂ€ĂŸverschlĂŒsse noch weiter verringert ist. Dass dies eine Reaktion auf eine unzureichende Taurinzufuhr darstellen kann, legen auch Untersuchungsergebnisse mit Katzen nahe, die – im Gegensatz zu Menschen – nicht in der Lage sind, Taurin zu synthetisieren und deren Thrombozytenaggregation sich bei taurinfreier ErnĂ€hrung im Gegensatz zu taurinhaltiger ErnĂ€hrung verdoppelt.63 Ein Ausgleich der Taurin-Unterversorgung konnte dabei sowohl in der Katze63 als auch in anderen Studien beim Menschen64 die Thrombozytenaggregation normalisieren. Selbst geringe Taurinmengen von etwa 150 mg/Tag könnten hier bereits große Unterschiede machen und so in Form einer Supplementierung bei vegetarisch-veganer ErnĂ€hrung die Thrombozytenfunktion stabilisieren und damit zutrĂ€glich auf die GefĂ€ĂŸgesundheit wirken.

6. Statusbestimmung und Zufuhrempfehlungen

Die zwei gĂ€ngigsten Parameter zur Bestimmung der Taurinversorgung im Blut sind die Messung im Vollblut sowie im Plasma. Wie Untersuchungen (Trautwein & Hayes, 1990) bereits in den 90er Jahren zeigten, hat die Blutabnahme- und Messmethode einen großen Einfluss auf die ValiditĂ€t der Ergebnisse und daher kommt es in Studien immer wieder zu widersprĂŒchlichen Messergebnissen, wenn Labore nicht sauber arbeiten.65 Schwankungen von bis zu 100 % in den Ergebnissen können durch Messfehler bei der Statusbestimmung von Taurin auftreten und daher sind Messergebnisse diesbezĂŒglich stets mit Vorsicht zu genießen. Trautwein & Hayes (1990) verglichen in ihrer Untersuchung Taurinwerte von 13 omnivoren Frauen und 11 omnivoren MĂ€nnern ĂŒber 3 Tage hinweg und konnten mehrere relevante Erkenntnisse daraus gewinnen:65

‱ 80 % der Taurin-Plasma-Spiegel dieser gesunden Erwachsenen bewegten sich in dieser Untersuchung im Bereich von 35 – 60 ”mol/L (Durchschnitt: 47 ”mol/L).

‱ 73 % der Taurin-Vollblut-Spiegel dieser gesunden Erwachsenen bewegten sich in dieser Untersuchung im Bereich von 180 bis 260 ”mol/L (Durchschnitt: 225 ”mol/L).

‱ Wenn man nur einen einzigen Wert bestimmen kann, sollte es der Taurin-Vollblutwert sein, da dieser aussagekrĂ€ftiger ist, weil er weniger starken Schwankungen durch Nahrung und andere EinflĂŒsse unterliegt und weniger fehleranfĂ€llig in der Bestimmung ist.

‱ Plasma-Taurinwerte reagieren rascher auf Erhöhungen bzw. Verringerungen der Taurinzfuhr, wohingegen die Vollblut-Taurinwerte trotz einer hohen Taurinsupplementierung (400 mg/Tag) erst nach einer Woche der NahrungsergĂ€nzung entsprechend anstiegen.

‱ Im Optimalfall sollten die Taurinwerte auf nĂŒchternen Magen frĂŒh morgens bestimmt werden, da taurinarme Mahlzeiten zwar die Werte nicht stark beeinflussen, aber bereits moderate Taurinmengen in der Nahrung (50 mg) einen Einfluss auf die Taurin-Plasmawerte in den Stunden danach haben.

Eine Übersicht zur Interpretation der Taurinwerte liefert nachfolgend Tabelle 2. Vor allem in Bezug auf die Taurin-Plasmawerte sollte man im Hinterkopf behalten, dass es bei Taurin-Laboruntersuchungen im Plasma durch unvollstĂ€ndiges Trennen der Blutbestandteile in der Vergangenheit auch in Studien zu falsch-negativen Ergebnissen in Bezug auf die Testung von TaurinmĂ€ngel kam.57 Um ein rundum aussagekrĂ€ftiges Bild erhalten zu können, wĂ€re daher mindestens die Messung von Taurin im Plasma und Vollblut notwendig, die im Optimalfall durch eine Taurin-Urin-Analyse ergĂ€nzt wird. FĂŒr ein vollumfĂ€ngliches Bild ist darĂŒber hinaus noch die Testung der nachfolgend beschriebenen Taurin-Metaboliten sinnvoll. 

Tab. 2: Interpretation der Taurinwerte in Plasma und Vollblut

Trotz aller Sorgfalt in der Handhabung der Blutproben sei erwĂ€hnt, dass die Taurinwerte im Blut unabhĂ€ngig ihrer Behandlung nur bedingt aussagekrĂ€ftig sind,  weil die Level an zirkulierendem Taurin nur in unzureichendem Maße mit den Körperspeichern an Taurin korrelieren und Taurindefizite sind voraussichtlich hĂ€ufiger, als es herkömmliche Tests erschließen lassen.23

Besonders bei taurinreduzierter bzw. taurinfreier Kost (d. h. bei vegetarischer oder veganer Kost) ist eine Supplementierung auch ohne umfangreiche Tests nicht nur risikofrei möglich, sondern in den meisten FĂ€llen das sinnvollste Vorgehen, um die Versorgungssituation zweifelsfrei zu optimieren, da Taurin-Blutuntersuchungen – wie dargelegt – eine Reihe an EinschrĂ€nkungen aufweisen. DarĂŒber hinaus zeigten Untersuchungen, dass eine Erhöhung der Taurinzufuhr nicht nur die Taurinkonzentration im Plasma, sondern auch in diversen Geweben wie der Skelettmuskulatur, dem Gehirn und dem Herz erhöht,3 auf deren Höhe man anhand von Blutwerten allerdings nur in eingeschrĂ€nktem Maße RĂŒckschlĂŒsse ziehen kann und daher bevorzugt durch eine Supplementierung auf Nummer sicher gehen möchte. Wenn man prĂ€ventiv und dauerhaft im Rahmen einer taurinarmen ErnĂ€hrung supplementieren möchte, sollte die Höhe der Supplementierung zumindest jene Menge an Taurin liefern, die in einer moderat tierprodukthaltigen Mischkost enthalten ist. Diese Menge bewegt sich im Bereich von etwa 150 bis 400 mg pro Tag (ca. 3 bis 5 mg/kg KG). Zur dauerhaften Optimierung der Taurinkonzentration im Plasma und den Erythrozyten bei taurinarmer ErnĂ€hrung stellt eine Zufuhr von etwa 10 mg/kg Körpergewicht einen guten Richtwert dar (z.B. 600 mg bei 60 kg). Diese Mengen sind dabei weit von den tĂ€glichen maximalen Höchstzufuhrwerten entfernt und somit auch fĂŒr die sensibelsten Individuen der Bevölkerung als sicher einzustufen. Es existiert zwar von Seiten der EFSA kein evidenzbasiertes ‚Tolerable Upper Intake Level‘ (UL) fĂŒr Taurin, aber ein sogenanntes Observed Safe Level (OSL) in Höhe von 3.000 mg, das in Form einer Supplementierung zusĂ€tzlich zur Menge an Nahrungstaurin auf tĂ€glicher Basis als langfristig sicher gilt.66 Die EFSA erwĂ€hnt in ihrer Publikation darĂŒber hinaus, dass selbst hohe Taurinzufuhren in Höhe von 6.000 mg/Tag (Nahrung + Supplementierung) fĂŒr ZeitrĂ€ume von bis zu einem Jahr keine negativen Effekte in Humanstudien zeigten.

MEBICO liefert die drei relevantesten meat-based bioactive compounds Kreatin, Carnitin und Taurin

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